Wir brauchen keine breiteren Autobahnen, sondern einen besseren Schienenverkehr

Statt weiter den sechsspurigen Ausbau der A23 und den Weiterbau der A20 zu betreiben, sollte endlich der Schienenverkehr so ausgebaut werden, dass er wirklich attraktiv für die Menschen ist, indem sie ihr Fahrtziel ebenso schnell und bequem wie mit dem Auto erreichen könnten, fordert Jochen Kunz-Michel, Betriebswirt und Gegner des Ausbaus der A23.

Neue Pläne für die A23

Die zuständige Planungsbehörde Deges hatte erst kürzlich bei einer Informationsveranstaltung die Pläne für eine sechsspurige A23 vorgestellt. Eine Veranstaltung, die bei den Mitgliedern der Bürgerinitiative überhaupt nicht gut ankam. Für die war die Vorstellung der Pläne eine »reine Werbeveranstaltung«.

Nach dem BVG-Urteil zum Bundeshaushalt müsse der Straßenbauplan auf den Prüfstand, fordert die Initiative aus dem Kreis Pinneberg.

Christoph Bittner, Vorsitzender der SPD-Fraktion in Halstenbek, vertrat die Ansicht, dass der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) bis 2040 so gestärkt sein werde, dass das Projekt A23 überflüssig sei. „Die Verkehre werden dann eher zurückgegangen sein", sagte er.

Jochen Hilbert von der BI-A23 für umweltfreundliche Mobilität monierte, dass keinerlei Nachteile für Mensch und Umwelt oder Alternativen dargestellt würden. »Wenn wir 30.000 Menschen mehr in die Bahn bekämen, brauchen wir keinen A23-Ausbau mehr.«

Stoppt den Ausbau der A23! Ein Ausbau von vier auf sechs Spuren zwischen Eidelstedt und Tornesch ist unserer Meinung nach nicht vereinbar mit den Klimazielen. Hamburg z.B. möchte die Kfz- Nutzung bis 2030 halbieren, da bedarf es einer Reduktion und keines Ausbaus der Kfz-Infrastruktur in die Stadt hinein, stattdessen sollte umgehend der Ausbau des ÖPNV und Radverkehrsnetz|es erfolgen. Radverkehrsförderung darf nicht am Tropf des Autobahnausbaus hängen!

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6-spuriger Ausbau A23

Die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Autobahn GmbH des Bundes, beabsichtigt die 6-streifige Erweiterung der A 23 durchzuführen. Die DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und –bau GmbH wurde daher beauftragt, die Bundesautobahn A 23 weiter zu planen und zu bauen.

wannwasSchwerpunkt
2021Machbarkeitsstudie ✓vgl. Pressemitteilung der DEGES vom 2. März 2021
2022Grundlagenentwicklung ✓Bewertung des Verkehrs
2023Vorplanung ✓Lärmschutz-Planung, Biotop-Erkundung
2024Vorlage VorentwurfPlanung der Bauphase
2025Einleitung PlanfeststellungGrunderwerb/Enteignung
offenBeginn der 5-jährigen BauzeitStart in Halstenbek und Rellingen

Die Meinungen zum A23-Ausbau gehen also weit auseinander. Die einen wollen am liebsten gar keinen, die anderen den Ausbau sofort. Laut Deges sind die Planungen nahezu abgeschlossen, 2025 soll der A23-Ausbau von der zuständigen Behörde in Kiel planfestgestellt werden. Ende der 2020er-Jahre könnte dann mit den Arbeiten begonnen werden.

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