Es ist ein Mammutprojekt, das im kommenden Jahr allerdings noch nicht beginnt: Die Autobahn 23 (A23) wird ausgebaut. Zwischen der Anschlussstelle Tornesch und dem Autobahndreieck Hamburg-Nordwest soll der Verkehr künftig auf einem 15,9 Kilometer langen Abschnitt auf sechs statt der bisherigen vier Fahrspuren rollen. Die Fahrbahnbreite wird dafür nach offiziellen Plänen um 36 Meter ausgeweitet. Mit einem Baustart müssen Autofahrer vorerst allerdings nicht rechnen. Projektleiter Benedikt Zierke rechnet frühestens 2029 damit. Die Bauarbeiten könnten dann in drei Abschnitten erfolgen. Einen Abschnitt fertigzustellen, dürfte laut Zierke um die fünf Jahre dauern.

Caroline Warmuth, Pinneberger Tageblatt, 03.01.2022
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DEGES. Fahrradtour entlang der geplanten Ausbaustrecke

Kreis Pinneberg

Wie gut, dass sich Widerstand regt!

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Mehr Verkehr und Stau

Die Verbreiterung der A23 sorgt für zusätzliche Staus in Hamburg, löst aber nicht das Problem des zulaufenden bzw. abfliessenden Verkehrs an den Anschluss-Stellen. Sie fördert die Entwicklung weiteren »Siedlungsbreis« im Kreis Pinneberg und bedeutet damit eine unverantwortliche Verschwendung von Geld, das für umweltfreundliche Verkehrs- und Siedlungsinfrastruktur fehlt. Bedarfsgerechte Alternativen des ÖPNV und Verbesserung der Radwege sind wesentlich kostengünstiger und schneller realisierbar.

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Mehr Kohlendioxid

Der Durchschnittsdeutsche stößt derzeit ca. 11 t Kohlendioxid pro Jahr aus, eine echte Klimawandelprävention verlangt pro Weltbürger aber ein Maximum von 2,5 t. Wer sich diese Tragfähigkeitsgrenze der Erde klarmacht, kann darüber nur den Kopf schütteln, dass weiterhin viele Fahrzeuge mit 1-2 t. Masse unterwegs sein sollen, nur um einen Menschen mit Aktentasche über relativ kurze Entfernungen zu transportieren.

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Mehr Mikroplastik

Pro Jahr werden in Europa etwa ein halbe Mio. Tonnen Reifenabrieb als Mikroplastikpartikel abgegeben. Mikroplastik befindet sich zunehmend überall, im Schnitt soll ein Deutscher bereits pro Woche das Plastikvolumen einer Kreditkarte zu sich nehmen – mit noch wenig untersuchten gesundheitlichen Schäden als Folge.


  • In Hinsicht auf die dringend erforderliche Mobilitätswende ist ein Autobahnausbau nur ein „Weiter so“ in einer falschen Verkehrspolitik.

    Hans-Joachim Bull, Quickborn, 1. November 2021 (Hamburger Abendblatt)
  • Es ist an der Zeit, das Projekt »Ausbau A 23« anzuhalten und Gelder intelligent so umzuwidmen, dass zusätzlicher Verkehr möglichst gar nicht erst entsteht.

    Dr. Frank Laurich, Halstenbek, 15. Oktober 2021 (Hamburger Abendblatt)
  • Ein Ausbau der A23 entspricht überhaupt nicht der Klimapolitik des Landes und fördert nur noch mehr den Individualverkehr.

    Heidi Guhr, 5. Februar 2021 (Pinneberger Tageblatt)
  • Wie gut, dass sich Widerstand regt! Der Ausbau der A23 ist ein Schritt in die falsche Richtung.

    Christiane Degner-Wehmeier, 5. Februar 2021 (Pinneberger Tageblatt)
  • Ich möchte mit meinem Beitrag nochmals an die Politik appellieren: Bringt den Mut für eine Verkehrswende auf und seid transparent dabei.

    Jana Fuhrmann, 5. Februar 2021 (Pinneberger Tageblatt)
  • Keine sinnlose Geldverschwendung, sondern Investitionen in den öffentlichen Personenverkehr und in moderne Fahrradwege.

    Andreas Halberschmidt, 27. Januar 2021 (Hamburger Abendblatt)
  • Der sechsspurige Ausbau der A23 scheint mir ein reflexartiger Lösungsversuch einer verfehlten Verkehrspolitik früherer Jahrzehnte zu sein.

    Jan Günther, 17. Februar 2021 (Pinneberger Tageblatt)
  • Das Verkehrsaufkommen ist aber kein Naturphänomen, dem wir hilflos ausgeliefert sind, wie dem Wetter. Es ist menschengemacht!

    Petra Habedank, 17. Februar 2021 (Pinneberger Tageblatt)
  • Ein solcher Autobahn-Ausbau ist das völlig falsche Signal in unserer Zeit des Umbruchs hin zur Umweltfreundlichkeit.

    Ulrike Anders, 17. Februar 2021 (Hamburger Abendblatt)
  • In anderen Ballungsräumen Europas wird schon weiter gedacht: Oslo plant autofrei, Paris widmet Auto- in Fahrradspuren um, ...

    Jürgen Klischat, 11. Februar 2021 (Pinneberger Tageblatt)
  • Wenn wir die grüne Welt wollen, brauchen wir dringend eine Wende: im Danken, im Handeln.

    Petra Habedank, 18. März 2021 (Pinneberger Tageblatt)
  • Meiner Meinung nach sollten wir intensiv ÖPNV und Radverkehr ausbauen und unterstützten und das Übel damit an der Wurzel packen.

    Ulrike Anders, 17. Februar 2021 (Hamburger Abendblatt)
  • Bund und Land müssen sparen, hier bieten sich Chancen. Mobilitätswende ist gefordert und möglich, Planungen müssen aktualisiert werden.

    Gert Drögemüller, 2. Februar 2021 (Hamburger Abendblatt)
  • Mit dem beabsichtigtten Ausbau der A23 rollt das nächste Großprojekt auf den Großraum Hamburg zu. Und mit welchen Konsequenzen? Sicher eine Flächenversiegelung, mehr Lärm, mehr Abgase, diverse Grundstücksenteignungen und extrem hohe Kosten.

    Andreas Halberschmidt, 2. Februar 2021 (Hamburger Abendblatt)
  • Ohnehin ist doch bewiesen, dass ein Ausbau von Straßen noch mehr Verkehr anzieht, und was dann?

    Torsten Reimer, 14. Februar 2019 (Hamburger Abendblatt)
Jahresrückblick

Ausbau der Autobahn 23. Presseberichte des Jahres.

Alexander Schwertner (Projekt A23) ■ Andreas Pauli (CDU) ■ Anja Keller (Grüne) ■ Bendikt Zierke (Projekt A23) ■ Benedict Artman (Fridays for Future) ■ Christoph Bittner (SPD) ■ Dr. Wilhelm Mecklenburg (Rechtsanwalt) ■ Gerhard Carlsson (SPD) ■ Jochen Hilbert (Bürgerinitiative) ■ Klaus-Peter Kussmann (Bürgerinitiative) ■ Ralf Stegner (SPD) ■ Rolf Eigenwald (Bürgerinitiative) ■ Volker Rost (Bürgerinitiative) ■

Christoph Bittner, SPD Halstenbek

Das Verkehrsvolumen müsse insgesamt verringert werden, erläuterte Losse-Müller. „Das muss vor allem in Städten und weiteren verdichteten Räumen geschehen.“ In Kiel, Lübeck und am Hamburger Rand könne der Ausbau von Bus, Bahn und Radwegen sehr viel bewirken. „Da müssen wir am Ende wegkommen vom Auto als Verkehrsmittel.“

Hamburger Morgenpost, 06.01.2022 (SPD-Spitzenkandidat fordern: »Wir müssen weg vom Auto als Verkehrsmittel«)

Jan Böhmermann

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